Notwendig: Baugrunduntersuchungen

Eine detaillierte Untersuchung des Baugrundes ist unerlässliche Voraussetzung für eine zielgenaue Planung und Durchführung einer Baumaßnahme. Eingehende Erkundungen liefern Aufschluss über baurelevante Eigenschaften des Baugrunds und bieten die Möglichkeit, die Wechselwirkung des Bodens, des Grundwassers, der angrenzende Bebauung und des geplanten Bauwerks zu prognostizieren. 

Was wird konkret untersucht?

Ziel ist es, mögliche Baugrundrisiken frühzeitig zu erkennen, zu analysieren und zu minieren. Erste Erkenntnisse liegen bereits vor, diese gilt es nun zu verdichten. Da Baugrunduntersuchungen immer nur stichprobenhafte Einblicke in den Untergrund sein können, wird dennoch ein Restrisiko bleiben.

Fachkundige Experten wurden beauftragt, ein qualifiziertes Baugrundgutachten mittels verschiedenartigen Untersuchungstechniken zu erstellen. Dieses liefert dann im Wesentlichen Aussagen zur geologischen Situation des Bodens, zur statischen Tragfähigkeit, zur Historie und zu verbliebenen Kampfmitteln im Boden, zu Bodenverunreinigungen, Belastungen aus Altlasten und zu Schadstoffen sowie zu den hydrologischen Verhältnissen und dem Grundwasservorkommen.

Welche Überraschungen könnten im Boden versteckt sein?

Das Baugrundstück hatte eine bewegte Geschichte und wurde neben mehrfach wechselnden Bebauungen ab 1880 im Zweiten Weltkrieg intensiv bombardiert. Die bis zu 6 Meter tiefen Bombentrichter wurden in der Nachkriegszeit häufig mit Bauschutt, Trümmerteilen oder Kampfmittelresten verfüllt. Daher sind Kontaminationen vor allem in diesen oberen Schichten nicht auszuschließen.

Hinsichtlich der Zusammensetzung und Struktur des Bodens sind aufgrund der bereits vorliegenden Erfahrungswerte über die Berliner Baugrundverhältnisse keine besonderen Unwägbarkeiten zu erwarten. Vor Überraschungen in dieser Thematik ist man jedoch nie 100-prozentig sicher.

Was ist so besonders an Berliner Boden?

Die Spanne von einem kontaminationsarmen bis hin zu verschmutztem Baugrund. Eine Bestätigung des Kampfmittelverdachts ist ebenfalls möglich.

Als Besonderheiten im Raum Berlin könnte man hier zum Beispiel auf Bauwerke aus der NS-Zeit treffen. Die Vision der „Welthauptstadt Germania“ wurde bereits während den späten 1930er Jahren vorangetrieben, was auch teils durch das Auftreten unterirdischer Fundamente und Kellerreste sichtbar wird. Da es hierüber keine vollständigen Aufzeichnungen gibt, ist die Existenz solcher Anlagen im hier vorhandenen Baugrund nicht ganz auszuschließ

Versorgungsleitungen: Was fließt unter der Erde?

Unter dem Baufeld finden sich diverse Versorgungsleitungen. Diese müssen vor Baubeginn verlegt werden. Hierzu stimmt die Bauverwaltung gemeinsam mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz als Bauherrin die Planungen mit den örtlichen Wasser- und Energieversorgern ab.

Unter der Sigismundstraße befindet sich derzeit eine 380kv-

Starkstromtrasse – eine der Hauptenergieadern Berlins. Diese kann nicht unterquert werden. Die Verlegung der Starkstromtrasse ist – unabhängig vom Museumsneubau – derzeit in Planung. Die bauliche Verbindung zwischen Neuer Nationalgalerie und Museumsneubau kann nach der Verlegung, voraussichtlich 2027, erfolgen.

Was passiert mit den Steinskulpturen am Kulturforum?

Steinskulptur auf dem Kulturforum
Blick auf das Kulturforum, im Vordergrund Justus Chrukin, Nekropole, Granit/Stahl, 1988 © SPK

Auf dem künftigen Baufeld an der Potsdamer Straße befinden sich seit 1988 mehrere Steinskulpturen. Es handelt sich dabei um Arbeiten, die im Rahmen von zwei internationalen Bildhauersymposien entstanden sind. Das Symposium „E88“ wurde 1988 von der Senatsverwaltung für Kultur durchgeführt als Berlin Europas Kulturhauptstadt war. Weitere Skulpturen wurden im Rahmen des Bildhauersymposiums „Steine ohne Grenzen“ im Jahr 2003 aufgestellt. Das Symposium „Steine ohne Grenzen“ wird seit 2001 regelmäßig ausgerichtet. Seit 2012 ist es Mitglied der Europäischen Straße des Friedens, die dem von den Nationalsozialisten ermordeten deutsch-jüdischen Bildhauer und Maler Otto Freundlich gewidmet ist.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz ist mit den Künstlerinnen und Künstlern und der Senatsverwaltung für Kultur und Europa in Kontakt, um für die Kunstwerke einen attraktiven Orten in Berlin zu finden und sie dort wieder aufzustellen.