Ein neuer Ort des Austausches über Kunst

Der Neubau am Kulturforum wird ein Ort der Begegnung werden. Er soll als Museum natürlich ideale Räume für die Kunst und für die Kunstbetrachtung schaffen. Zugleich sollen das unmittelbare Kunsterlebnis, das Austauschen über die Kunst aber auch die alltägliche Begegnung im Museumsneubau eng miteinander verflochten sein. Der Museumsneubau wird ein identitätsstiftender Ort für unsere plurale und tolerante Gesellschaft des 21. Jahrhunderts werden.

„Das Museum von heute ist ein Ort gesellschaftlicher Befragungen. Es ist ein Ort des lebendigen Dialogs, ein Ort, der das kreative Potenzial einer spezifischen Zeit erfahrbar macht – für ein breites Publikum, mit Bezug zu gegenwärtigen Lebenswelten. Das Museum muss sich dafür immer wieder selbst erfinden. Es ist vieles gleichzeitig: zurück- und vorausblickend, poetisch, experimentell, sozial, emotional, unabhängig.“

Udo Kittelmann,
Direktor der Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin

Information, Irritation und Interaktion

Der Museumsneubau wird ein lebendiger Ort der Begegnung für eine breite, internationale Öffentlichkeit. Für das Kulturforum kann der Neubau in mehrfacher Weise zu einem Zentrum werden, an dem verschiedene, bereits vorhandene Wissens- und Themenstränge zusammenlaufen. Das intensive Erlebnis originaler Kunstwerke wird weiterhin im Zentrum des Museums stehen, gewinnt im Zeitalter des Digitalen sogar besondere Bedeutung. Neben das Kunsterlebnis tritt jedoch die Einbindung kultureller und sozialgeschichtlicher Kontexte. In diesem Sinne wird der Neubau auch interdisziplinäre Plattformen ermöglichen.

Die Kunst des 20. Jahrhunderts ist vor allem durch große Brüche und Extreme, bedingt etwa durch die beiden Weltkriege und den Holocaust, gekennzeichnet. Zugleich ist die Kunst nach 1960 von großer Offenheit, Experimentierfreude und Provokation geprägt. Entsprechend wird der

Neubau am Kulturforum auch ein Ort des Widerspruchs sein, ein Ort der Irritation und des Non-Konformen.

Für Menschen unterschiedlicher Generationen und Herkunft kann hier – im Kontext der Kunst – Rückbesinnung und Selbstbefragung stattfinden. Archivalien und Dokumentationen begleiten und vertiefen das Kunsterlebnis und den Diskurs ebenso wie Beispiele aus der Musik- und Filmgeschichte oder Live-Performances und künstlerische Reenactments. Die Bandbreite und Überschneidung unterschiedlicher Medien und Gattungen in der Kunst des 20. Jahrhunderts spiegelt sich in einer innovativen Vielfalt der Räume und Ausstellungsdisplays. Bereiche für Partizipation, Interaktion und Information ergänzen die Ausstellungsbereiche und ermöglichen Momente des Nachdenkens, des spielerischen Lernens sowie der Pause.