Zehn Teams qualifizierten sich für die nächste Runde

Von September bis Dezember 2015 waren Architekten weltweit eingeladen, an dem offenen Ideenwettbewerb für die Nationalgalerie20 am Kulturforum teilzunehmen. 460 Teams aus Architekten und Landschaftsarchitekten reichten ihre Entwürfe ein. Vom 8. bis zum 10. Februar 2016 tagte das Preisgericht und prämierte zehn Entwürfe. Die Preisträger qualifizierten sich für den nachfolgenden Realisierungswettbewerb. Um die Anonymität im weiteren Verfahren zu wahren, werden die Namen der prämierten Büros den Entwürfen bis zum Abschluss des gesamten Wettbewerbsverfahrens nicht zugeordnet.

Gegenstand des Wettbewerbs war der architektonische Entwurf eines Museumsgebäudes sowie dessen städtebauliche und freiraumplanerische Einbindung in das Kulturforum. Die Wettbewerbsaufgabe umfasste somit die äußere Erscheinung ebenso wie die innere räumliche Gliederung des Museums sowie die Verknüpfung zwischen Stadtraum und Museumsneubau.

Modell 1006 in Umgebungsmodell eingesetzt, Ansicht von Potsdamer Straße (Foto)
Modell 1006 im Umgebungsmodell © beim Verfasser / lindner-fotograf.de

Entwurf Nr. 1006

Auszug aus dem Beurteilungstext des Preisgerichtes:

„Der Entwurf schlägt vor, das Museum des 20. Jahrhunderts als einen gestreckten Gebäuderiegel entlang der Potsdamer Straße auszubilden. Dieses stadträumliche Konzept ermöglicht es, den Raum des Kulturforums zwischen dem Ensemble der Philharmonie und des Kammermusiksaals, der Neuen Nationalgalerie und der St. Matthäus-Kirche freizuspielen. Zudem rückt – über das relativ niedrige Gebäude hinweg – von diesem Platz aus die Staatsbibliothek in den Blick. Die vorgerückte Lage des Gebäuderiegels schmälert jedoch die Wirkung der Nationalgalerie an der Potsdamer Straße.

Eine besondere Qualität erhält der Scharoun-Platz, welcher den Weg in die Tiefe des Kulturforums zur Gemäldegalerie und zur Kunstbibliothek weist.“

Nach der Beendigung des Realisierungswettbewerbs wurden den Preisträgerentwürfen die Namen der Verfasser zugeordnet. Der Beitrag Nr. 1006 wurde von Pedro Domingos arquitectos + Pedro Matos Gameiro arquitecto mit Baldios arquitectos paisagistas, Lissabon, Portugal, verfasst.

Modell 1031 in Umgebungsmodell eingesetzt, Ansicht von Potsdamer Straße (Foto)
Modell 1031 im Umgebungsmodell © beim Verfasser / lindner-fotograf.de

Entwurf Nr. 1031

Auszug aus dem Beurteilungstext des Preisgerichtes:

„Die Autoren schlagen für das Museum des 20. Jahrhunderts eine Ensemblelösung vor. Insbesondere aus Sicht der Museumsorganisation liegt in der hier vorgeschlagenen Gebäudestruktur ein großes Potenzial, indem sie eine klare funktionale Zuordnung der einzelnen Museums-bereiche ermöglicht, sowie deren Bespielung in großer räumlicher Vielfalt. So inspirierend eine solche Lösung mit Blick auf das Innere des Museums ist, so herausfordernd ist sie in der flächenhaften Besetzung des Baufeldes für den städtebaulichen Kontext. Die Positionierung der einzelnen Bauteile des Ensembles und ihre Höhenentwicklung erfordern eine sensible Bezugnahme auf die Bestandsgebäude, insbesondere im Umgang mit zentralen Blickbeziehungen.“

Nach der Beendigung des Realisierungswettbewerbs wurden den Preisträgerentwürfen die Namen der Verfasser zugeordnet. Der Beitrag Nr. 1031 wurde von Dost Architektur mit Bösch Landschaftsarchitektur, Schaffhausen, Schweiz, verfasst.

Modell 1115 in Umgebungsmodell eingesetzt, Ansicht von Potsdamer Straße (Foto)
Modell 1115 im Umgebungsmodell © beim Verfasser / lindner-fotograf.de

Entwurf Nr. 1115

Auszug aus dem Beurteilungstext des Preisgerichtes:

„Mit einer fast das ganze Baufeld einnehmenden Baumasse schlagen die Autoren einen niedrigen, hallenartigen Bautypus vor, der sich zwischen den ikonischen Solitären einordnet, ohne zu diesen in Konkurrenz zu treten.

Mit der Idee eines Schaulagers möchte sich der Entwurf der Neuen Nationalgalerie unterordnen. Konzeptionell weist er damit dem Mies-Bau auch in Zukunft eine zentrale Rolle für das Museum des 20. Jahrhunderts zu. Der Vorschlag besticht dadurch, dass er der Neuen Nationalgalerie eine Museumsidee hinzugesellt, die in ihrer Bespielung ein ganz neues Museumsverständnis ermöglichen könnte. Der Entwurf leistet jedoch für seine städtebaulich zentrale Lage zu wenig. Aus der Sicht der Potsdamer Straße wird die Blickbeziehung zur Neuen Nationalgalerie eingeschränkt.“

Nach der Beendigung des Realisierungswettbewerbs wurden den Preisträgerentwürfen die Namen der Verfasser zugeordnet. Der Beitrag Nr. 1115 wurde von Arga16 mit Anne Wex, Berlin, Deutschland,  verfasst.

Modell 1144 in Umgebungsmodell eingesetzt, Ansicht von Potsdamer Straße (Foto)
Modell 1144 im Umgebungsmodell © beim Verfasser / lindner-fotograf.de

Entwurf Nr. 1144

Auszug aus dem Beurteilungstext des Preisgerichtes:

„Das neue Museum gliedert das Kulturforum durch seine winkelförmig angeordneten Gebäudeachsen in drei unterschiedliche Außenbereiche. Die Kreuzung und Verschiebung der Hauptachsen wird als ein angemessenes Mittel erkannt, um einerseits den Raum zwischen den Denkmälern des 20. Jahrhunderts zu strukturieren und andererseits die Monumente in ihrer repräsentativen Präsenz zu respektieren. Eine unnötige Konkurrenz zwischen dem Neubau und den Bestandsgebäuden wird damit unterbunden. Die winkelförmige städtebauliche Komposition leitet die Besucher selbstverständlich sowohl zur Neuen Nationalgalerie als auch zu den Bauten von Scharoun und zur Gemäldegalerie. Allerdings scheint die Verlängerung der Ost-West-Achse als Dachstruktur zur Piazzetta hin fragwürdig.“

Nach der Beendigung des Realisierungswettbewerbs wurden den Preisträgerentwürfen die Namen der Verfasser zugeordnet. Der Beitrag Nr. 1144 wurde von TOPOTEK 1, Berlin, Deutschland, und Pordenone, Italien, mit TOPOTEK 1, Berlin, Deutschland, verfasst.

Modell 1151 in Umgebungsmodell eingesetzt, Ansicht von Potsdamer Straße (Foto)
Modell 1151 im Umgebungsmodell © beim Verfasser / lindner-fotograf.de

Entwurf Nr. 1151

Auszug aus dem Beurteilungstext des Preisgerichtes:

„Die Verfasser entwickeln eine dreigeteilte gestaffelte Anordnung linearer Baukörper parallel zur Potsdamer Straße. Ein viertes Element umgreift die St. Matthäus-Kirche als steinerner Vorplatz. Durch den vorgeschlagenen Tiefhof und das geschickte Zurückspringen des Hauptbaukörpers auf die Flucht der Neuen Nationalgalerie bleiben im Straßenraum die Beziehungen der bestehenden Bauten erhalten. 

Durch die Distanz zur Straße gelingt es, den Haupteingang des neuen Museums gegenüber dem Eingang zur Staatsbibliothek mit einer breiten Zugangsbrücke angemessen akzentuiert in Szene zu setzen. In der vorgeschlagenen linearen Konsequenz wird jedoch die bestehende Platane nicht erhalten.“

Nach der Beendigung des Realisierungswettbewerbs wurden den Preisträgerentwürfen die Namen der Verfasser zugeordnet. Der Beitrag Nr. 1151 wurde von Heinle, Wischer und Partner, Berlin, mit Prof. Heinz W. Hallmann, Landschaftsarchitekt, Aachen, Deutschland, verfasst.

Modell 1155 in Umgebungsmodell eingesetzt, Ansicht von Potsdamer Straße (Foto)
Modell 1155 im Umgebungsmodell © beim Verfasser / lindner-fotograf.de

Entwurf Nr. 1155

Auszug aus dem Beurteilungstext des Preisgerichtes:

„Der Neubau übernimmt eine vermittelnde Rolle, greift ordnend in das bestehende Gefüge des Kulturforums ein und beruhigt so die städtebauliche Situation. Es entsteht eine Abfolge von Freiräumen, die den einzelnen Gebäuden zugeordnet sind und dem Ensemble eine neue urbane Maßstäblichkeit verleihen.

Durch eine Differenzierung in Höhenentwicklung und Grundrissfigur integriert sich der Baukörper in das Ensemble aus bestehenden Solitärbauten. Die turmartige Überhöhung an der Nordwestecke verleiht dem Neubau eine stadträumliche Präsenz, ohne mit den Bestandsbauten in Konkurrenz zu treten. Zusammen mit dem Vorsprung an der Nordostecke leitet das Gebäude in die Tiefe des Raumes. Eine Erweiterung des Baufeldes nach Norden würde dem Entwurf weitere Möglichkeiten eröffnen.“

Nach der Beendigung des Realisierungswettbewerbs wurden den Preisträgerentwürfen die Namen der Verfasser zugeordnet. Der Beitrag Nr. 1155 wurde von Beatriz Alés + Elena Zaera, Castelló, Spanien, verfasst.

Modell 1281 in Umgebungsmodell eingesetzt, Ansicht von Potsdamer Straße (Foto)
Modell 1281 im Umgebungsmodell © beim Verfasser / lindner-fotograf.de

Entwurf Nr. 1281

Auszug aus dem Beurteilungstext des Preisgerichtes:

„Die Autoren entwickeln ein überzeugendes Konzept mit einem begehbaren Sockelplateau, das den derzeit unwirtlichen Stadtraum gliedert. Statt einer weiteren Großform wird ein Plateau auf verschiedenen Ebenen angelegt, die wie offene Zimmer verschiedene kleinteilige Räume („Squares“) zulassen. Allerdings tritt der Neubau dadurch stadträumlich in den Hintergrund. Der Eingang kann nur bedingt eine Adresse für den Neubau formulieren.

Die verschiedenen Höhenniveaus, die im Außenraum ablesbar sind, setzen sich im Inneren als unterschiedlich hohe Ausstellungsebenen fort. Dadurch entstehen schöne und differenzierte Räume. Die innere Erschließung des Entwurfs bezieht sich auf die Anbindung zur Neuen Nationalgalerie.“

Nach der Beendigung des Realisierungswettbewerbs wurden den Preisträgerentwürfen die Namen der Verfasser zugeordnet. Der Beitrag Nr. 1281 wurde von Shenzhen Huanhui Design Co.,Ltd., Nanshan (Shenzhen), mit Bejing Changyi Best Landscape Design Co. Ltd., Beijing, China, verfasst.

Modell 1300 in Umgebungsmodell eingesetzt, Ansicht von Potsdamer Straße (Foto)
Modell 1300 im Umgebungsmodell © beim Verfasser / lindner-fotograf.de

Entwurf Nr. 1300

Auszug aus dem Beurteilungstext des Preisgerichtes:

„Die Verfasser schlagen ein horizontales Volumen im Kontrast zum derzeit bestehenden, weiten und offenen Raum am Kulturforum vor. Eine schlanke, vertikale Hochhausscheibe ist senkrecht zur Potsdamer Straße angeordnet und bildet eine urbane Landmarke. Aus städtebaulicher Sicht überzeugt das Projekt als gebaute lineare Struktur zwischen der Philharmonie und der Neuen Nationalgalerie. Das neue Museum strahlt zugleich eine eigene Identität aus und schafft eine städtebauliche ‚Balance‘.

Aus städtebaulicher Sicht ist die Positionierung dieses Turms unmittelbar an der Potsdamer Straße zu hinterfragen, da diese zu einer Störung der Blickbeziehung zwischen Neuer Nationalgalerie und Philharmonie führt.“

Nach der Beendigung des Realisierungswettbewerbs wurden den Preisträgerentwürfen die Namen der Verfasser zugeordnet. Der Beitrag Nr. 1300 wurde von ARGE Weyell Zipse Architekten und Hörner Architekten mit James Melsom Landschaftsarchitekt, Basel, Schweiz, verfasst.

Modell 1358 in Umgebungsmodell eingesetzt, Ansicht von Potsdamer Straße (Foto)
Modell 1358 im Umgebungsmodell © beim Verfasser / lindner-fotograf.de

Entwurf Nr. 1358

Auszug aus dem Beurteilungstext des Preisgerichtes:

„Der Arbeit gelingt als präzise Setzung die städtebauliche Neuordnung des Kulturforums zu einem zusammenhängenden Stadtraum. Die Sichtbeziehungen werden erhalten, nun aber neu geführt. Der Riegel schafft einen auch auf die Staatsbibliothek bezogenen Vor- und Eingangsbereich an der Potsdamer Straße. Die wichtige Ost-West-Richtung zwischen Piazzetta und Potsdamer Straße wird durch landschaftsarchitektonische Mittel angemessen gestärkt. Die Einpassung in die Maßstäblichkeit der umliegenden Bauten bedingt allerdings die Ausbildung von zwei Untergeschossen.

Die Ausrichtung der Haupterschließung im Inneren bezieht sich auf den geplanten Übergang zur Nationalgalerie und wird – im Schnitt ablesbar – als großzügiger Treppenraum konzipiert.“

Nach der Beendigung des Realisierungswettbewerbs wurden den Preisträgerentwürfen die Namen der Verfasser zugeordnet. Der Beitrag Nr. 1358 wurde von CHOE HACKH und Netter Architekten, Frankfurt am Main, Deutschland, mit Park Design, Seoul, Süd Korea, verfasst.

Modell 1361 in Umgebungsmodell eingesetzt, Ansicht von Potsdamer Straße (Foto)
Modell 1361 im Umgebungsmodell © beim Verfasser / lindner-fotograf.de

Entwurf Nr. 1361

Auszug aus dem Beurteilungstext des Preisgerichtes:

„Der Entwurf orientiert sich mit seiner Grundrissstruktur klar an der Struktur der Neuen Nationalgalerie. Dabei ordnet sich der Neubau dem bestehenden Gebäude unter, ohne dieses zu adaptieren.

Die besondere Qualität des Entwurfs liegt in der extremen Zurückhaltung seiner baulich sichtbaren Präsenz. Die eingeschossige bauliche Einfassung des Hofs grenzt den öffentlichen Raum des Museum des 20. Jahrhunderts zur Potsdamer Straße, aber auch zum Kulturforum hin ab. So bildet der Hof einen ruhigen, geschützten Außenraum. Die Öffnung des Hofes allein zur Piazzetta hin sollte jedoch hinterfragt werden. Auch die strenge Höhenorientierung der Randbebauung am Sockel der Neuen Nationalgalerie wird nicht als zwingend angesehen.“

Nach der Beendigung des Realisierungswettbewerbs wurden den Preisträgerentwürfen die Namen der Verfasser zugeordnet. Der Beitrag Nr. 1361 wurde von Florian Hoogen Architekt, Mönchengladbach, mit hermanns landschaftsarchitektur/umweltplanung, Schwalmtal, Deutschland, verfasst.