Chance für jüngere Architekturbüros

Mit dem Ideenwettbewerb „Museum des 20. Jahrhunderts und seine städtebauliche Einbindung“ sollte geklärt werden, wie der Museumsneubau und sein unmittelbares Umfeld architektonisch, vor allem aber auch städtebaulich und freiraumplanerisch gestaltet werden können.

Ziel des Ideenwettbewerbs war es, Erkenntnisse für die Aufgabenstellung und die Rahmenbedingungen des nachfolgenden Realisierungswettbewerbs zu gewinnen. Auf Basis der Ergebnisse hat die SPK weitere städtebauliche und freiraumplanerische Parameter für den Realisierungswettbewerb festgelegt. Darüber hinaus konnten sich zehn bis maximal 20 Teilnehmer als Preisträger für den nachfolgenden Realisierungswettbewerb qualifizieren. Der Ideenwettbewerb bot damit auch Architekten, die noch keine großen Museen oder ähnliche Gebäude geplant oder realisiert haben, eine Chance auf die Teilnahme am Realisierungswettbewerb.

Blick in den Raum der Vorprüfung mit den eingesandten, teils noch verpackten Entwürfen. Alle anonym eingegangenen Entwürfe erhielten zunächst eine Tarnzahl, bevor sie in der Vorprüfung begutachtet wurden
Alle anonym eingegangenen Entwürfe erhielten zunächst eine Tarnzahl, bevor sie in der Vorprüfung begutachtet wurden © SPK / lindner-fotograf.de

Wie verläuft die Vorprüfung?

Der Ideenwettbewerb wurde am 3. September 2015 ausgelobt. 460 Teams aus Architekten und Landschaftsarchitekten reichten bis Mitte Dezember 2015 ihre Entwürfe und Modelle ein. Im Januar 2016 haben die Sachverständigen und Wettbewerbsbetreuer die Vorprüfung durchgeführt.

Dabei werden die eingereichten Unterlagen auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft. Während der Vorprüfung werden aber keine Beiträge aussortiert – dies bleibt allein der Jury vorbehalten. Die Mitglieder des Preisgerichts dürfen nicht an der Vorprüfung teilnehmen – sie sehen die Entwürfe bei der Jurysitzung zum ersten Mal.

Enrique Sobejano, Roger Diener, Arno Lederer, Heike Hanada, Monika Grütters und Hermann Parzinger während der Jurysitzung
Enrique Sobejano, Roger Diener, Arno Lederer, Heike Hanada, Monika Grütters und Hermann Parzinger während der Jurysitzung © SPK / photothek.net / Thomas Koehler

Zehn aus Vierhundertsechzig

Vom 8. bis 10. Februar 2016 fand das Preisgericht zusammen. Es besteht aus sieben Fachpreisrichtern und sechs Sachpreisrichtern.

Das Preisgericht begutachtet grundsätzlich alle eingereichten Entwürfe. Im ersten Wertungsrundgang genügt eine Stimme, um eine Arbeit in die nächste Runde zu bringen. In den folgenden Rundgängen braucht jede Arbeit eine Mehrheit, um weiterzukommen. Das Preisgericht muss daher immer vollständig anwesend sein. Außerdem besteht Abstimmungszwang: Enthaltungen sind nicht möglich. Auf diese Weise wird eine „engere Wahl“ gebildet. Schließlich wird die Rangfolge festgelegt es werden die Preisträger gekürt. Im Ideenwettbewerb wählte die Jury zehn Preisträger.

Alle Teilnehmer des Ideenwettbewerbs reichten zu ihren Entwürfen auch Modelle ein
Alle Teilnehmer des Ideenwettbewerbs reichten zu ihren Entwürfen auch Modelle ein © SPK / photothek.net / Thomas Koehler

Büros aus 40 Ländern

Die 460 am Wettbewerb teilnehmenden Büros kamen aus insgesamt 40 Ländern von allen Erdteilen. Etwas mehr als die Hälfte der Büros kam aus Deutschland. Viele Teams kamen aus der Schweiz, Italien, Spanien, Österreich, Großbritannien, Frankreich, Portugal, den USA, China und den Niederlanden. Am Ideenwettbewerb beteiligten sich auch Bürogemeinschaften aus Kanada, Belgien, Schweden, Slowenien, Israel, Mexiko, Polen, Serbien, Albanien, Australien, Brasilien, Chile, Dänemark, Griechenland, Indien, Irland, Japan, Kroatien, Libanon, Luxemburg, Moldawien, Peru, Russland, Slowakei, Tschechien, Türkei, Tunesien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Zypern.

© bei den Verfassern / lindner-fotograf.de

460 Lösungen für das Kulturforum

Alle teilnehmenden Bürogemeinschaften haben mit ihren Entwürfen auch ein Modell im Maßstab M 1:500 abgegeben.

Der Film zeigt, wie diese Modelle – eingesetzt in das Kulturforumsmodell – in Beziehung mit den anderen Gebäuden am Platz wirken.

Die Entwürfe reichen von sich in die Höhe reckenden Bauten bis hin zu in die Erde gehenden Gebäuden. Eine große Bandbreite der Gestaltungsformen wird ausgeschöpft: rund, eckig, eiförmig, zersplittert, filigran und wuchtig. Mal wird das gesamte Baufeld mit einem Bau bedeckt, mal nur eine Seite, manche strukturieren das Baufeld durch mehrteilige Gebäude.

 

Blick in die Ausstellung zum Ideenwettbewerb. Die Modelle des ersten Rundgangs werden in der Mitte des Ausstellungssaals gezeigt
Die Ausstellung zum Ideenwettbewerb zeigte alle eingereichten Entwürfe und Modelle © SPK / photothek.net / Thomas Koehler

Die Ausstellung

Vom 26. Februar bis zum 13. März 2016 waren alle für den Ideenwettbewerb eingereichten Entwürfe und Modelle im Kulturforum ausgestellt.

Zur Ausstellungseröffnung diskutierten am 25. Februar 2016 Udo Kittelmann, Direktor der Nationalgalerie, Arno Lederer, Vorsitzender des Preisgerichts, Regula Lüscher, Senats-baudirektorin des Landes Berlin und Jürgen Tietz, Architekturkritiker. Die Moderatorin Claudia Henne vom RBB setzte sich mit den Podiumsteilnehmern unter dem Motto „Genug Ideen fürs Kulturforum?“ mit den Wettbewerbsbeiträgen und der Situation des Kulturforums auseinander.